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La Isabela, erste spanische Siedlung in der Neuen Welt

Luftbild des historischen Geländes

In dieser Bucht ankerte Christoph Kolumbus

Modell von Kolumbus' Haus

Christoph Kolumbus

Grab eines Spaniers

An diesem Ort wurde die erste katholische Messe der Neuen Welt abgehalten, hier begann die entgültige Besiedlung Amerikas durch Europäer.

La Isabela ist ein bedeutender historischer Ort, etwas  mehr als eine Fahrstunde von Puerto Plata entfernt. Zu sehen ist ein historischer Park und ein kleines Museum, wo einige der auf dem Gelände ausgegrabenen Artefakte ausgestellt sind.

 

Auf seiner zweiten Reise nach Amerika wurde im Januar 1494 von Kolumbus und seinen Leuten die zweite feste Siedlung auf amerikanischem  Boden  an  der  Nordküste der Insel Hispaniola gebaut und zu Ehren der Königin Isabel II. (La Católica), die die Reisen Kolumbus' gesponsert hat, La Isabela genannt. Die Siedlung überdauerte nur vier Jahre und wurde verlassen, um an der Südküste der Insel das vermeintlich sicherere Santo Domingo zu bauen.

 

Bevor Kolumbus von seiner ersten Fahrt nach Spanien zurück-segelte, baute er mit den Resten seines gestrandeten Schiffes “Santa María” eine kleine Festung an der Nordküste von Hispaniola (auf haitianischer Seite), die er “Fuerte de la Navidad” nannte. Dort ließ er unter dem Kommando von Diego de Arana 39 Mann seiner Besatzung zurück. Bei seiner Rückkehr fand Kolumbus nichts mehr vor, weil 1493 die eingeborenen Tainos die Fremden  satt hatten, da diese ihre Frauen vergewaltigten. Die Festung wurde unter Führung des Kaziken Caonabo zerstört und ihre Bewohner getötet.

 

Bei seiner zweiten Reise brachte Kolumbus in insgesamt 17 Schiffen 1.500 Mann (es waren wirklich nur Männer) mit, um die neuen spanischen Besitztümer nach heimatlichem Standard zu besiedeln. La Isabela gründete er am 10. Dezember 1493. In nur vier Tagen stellten die Handwerker 200 Holzhäuser auf. Und nach wenigen Tagen, am 6. Januar 1494, wurde die erste Messe auf amerikanischem Boden gelesen.

 

Obwohl Kolumbus an alles gedacht hatte, was man zur Besiedlung benötigte, von Handwerkern mit ihrem Werkzeug über Pflanzen, Samen bis zu Pferden und Schweinen, wurde es kein Zuckerschlecken für die Spanier. Die Festung war von einer Mauer umgeben, von neun Türmen bewacht, am einen Ende ein be-sfestigtes Warenhaus, am anderen das Haus von Kolumbus. Laut archäologischen Ausgrabungen gab es ein zweites Dorf nicht weit ent-fernt, wo die Handwerker und Bauern lebten und arbeiteten. Die Köpfe der gut geplanten Siedlungsaktion, wie Priester, Beamte und Soldaten lebten selbstverständlich in ihren Häusern im geschützten Fort.

Die Siedler starben aber wie die Fliegen an allen möglichen Krankheiten (so brachten sie den Tainos die Gonorrhoe, bekamen von denen dafür die Syphilis), an der harten Arbeit, Hungersnöten, Rebellionen, und nicht zuletzt waren auch die eigentlichen Bewohner, die Tainos, nicht mehr so gut auf die hellhäutigen Eindringlinge zu sprechen. Zu allem Unglück zerstörten noch zwei Hurrikane viele spanische Schiffe.

 

Nach nur vier Jahren wurde die Siedlung aufgegeben und man verlegte den Sitz der spanischen Verwaltung in den Süden der Insel, an die Ostseite des Río Ozama, ins 1496 gegründete Santo Domingo. Aber auch dort ging es nicht lange gut, denn ein Hurrikan machte alles platt. Erst der vierte Versuch einer festen Siedlung klappte. Am Westufer des Río Ozama in Santo Domingo sind heute noch in der Ciudad Colonial viele gut erhaltene und rekonstruierte  Bauten der Spanier zu bewundern.

 

Bei einem Besuch in La Isabela kann man an diesem geschichtlich so wichtigen Ort nur  noch ein paar Steine der Grundmauern der Gebäude sehen. Das liegt daran, dass ein großer Teil der Ruinen in der Zeit des Diktators Trujillo unwiederbringlich zerstört wurde, als dieser zu einem Empfang das Gelände reinigen ließ. Der Bürgermeister verstand, dass er die ganzen da rumstehenden Mauern abreißen solle. Seine Arbeiter räumten bei dieser Aktion aus Unwissenheit die Mauern dieser Siedlung als Schutt zur Seite.

 

Eine Attraktion für geschichtlich Interessierte ist das kleine Museum auf dem Gelände. An der Wand sind Tafeln angebracht (leider nur auf Spanisch), auf denen die Zeit der Entdeckungen anschaulich dargestellt sind. Es werden allerlei Gegenstände aus der Zeit der ersten Besiedlung und Reste der Taino-Kultur ausgestellt.

Nebenan gibt es eine Fabrikationsstätte für Taino-Figuren aus dem harten Holz des Guayacán, eines von den Spaniern sehr begehrten Baumes, dessen Holz so schwer ist, dass es nicht schwimmt, und sie daraus Anker für die Schiffe herstellten.

 

 

La Isabela

 

Nach rund eineinhalb Stunden ab Puerto Plata kommt man über Luperón nach La Isabela. Dort ist der historische Park gut zu finden. Er wird auch “El Castillo” (das Schloss) genannt.

Der Eintritt für den Park und das Museum kostet 100,- Pesos. Es gibt Führer, die außer Spanisch auch Englisch und Französisch sprechen.

 

 

 

 

 

Artikel in LA PLAYA Ausgabe 7 vom 25. November 2009

Angaben zu Preisen und Öffnungszeiten sind von damals.